Das Verhältnis Zwischen ANS/HRV und Stress


Berufliche Belastung und HRV


Die bereits durch die obengenannten Forschungsschritte gewonnenen Erkenntnisse zur Erforschung beruflicher Belastung könnten durch die Verwendung der HRV weiter vertieft werden, um zu erklären, wie psychosoziale Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz zu der Entwicklung von chronischen Erkrankungen beitragen – durch festgelegte physiologische Bahnen, die mit der kardialen Regulation durch das autonome Nervensystem verbunden sind.

Häufig untersuchen Studien zur Zeit unter Verwendung der HRV-Messung den physiologischen Einfluss beruflicher Belastung am Arbeitsplatz.

Depression und Belastung


Seit 2000 häufen sich die Berichte in der Literatur über Depressionen und HRV. Dies zeigt das potentielle Interesse auf diesem Gebiet als ein Maß für die Interaktion von Körper und Seele und als Möglichkeit zur Definition, wie der Stimmungszustand seine bekannte Wirkung auf die kardiovaskuläre Gesundheit (insbesondere Belastung, Depression und Ängstlichkeit) manifestiert. Nahezu alle kürzlichen Studien über Depression und Herzerkrankung dokumentieren erhöhte kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität bei Patienten mit depressiven Symptomen oder schwerer Depression. Dies bezieht Depression als einen unabhängigen Risikofaktor in der pathophysiologischen Progression kardiovaskulärer Erkrankungen ein, eher als lediglich eine sekundäre emotionale Reaktion auf eine kardiovaskuläre Erkrankung.

Studien legen nahe, dass das relative Risiko für eine schwere Depression mit kardiovaskulärer Erkrankung zwischen 1,5 und 4,5 variiert. Dies scheint sowohl zu der Entwicklung kardiovaskulärer Erkrankung als zum Versterben nach dem Index Myokardinfarkt zu passen. Bei Patienten mit angiographisch nachgewiesener koronarer Herzerkrankung war das Vorhandensein einer schweren depressiven Störung der beste einzelne Vorhersagewert für kardiale Ereignisse innerhalb von 12 Monaten nach Diagnosestellung. Ein Abfall in der HRV kann diesen Effekt vermitteln.

Depressionspunktwerte wurden bei gesunden Studenten vergeben. Auf der Basis dieser Punktwerte wurden die Studenten in eine Gruppe mit hoher und einer mit niedriger Depression eingeteilt. Die Reaktionen des Parasympathikus wurden mittels Messung der hochfrequenten HRV als Reaktion auf akute Belastung (einen anspruchsvollen Sprachtest) und einen Kältedrucktest auf der Stirn ermittelt. Jene in der hochdepressiven Gruppe wiesen signifikant größere Reduktionen in den HF während der Sprachaufgabe und geringere Anstiege in den HF während des Kältedrucktests auf der Stirn als solche in der Gruppe der niedrigdepressiven Stimmung. Frauen zeigten signifikant größere Reduktionen in den HF während der Sprachaufgabe und geringere Anstiege in den HF während des Kältedrucktests auf der Stirn.

Stimmung, Persönlichkeit und Stress



Es wurde nachgewiesen, dass Anfeindungen die HRV beeinflussen. Frauen mit hohen Punktzahlen für Feindseligkeit zeigten niedrigere Werte für Blutdruck und Herzfrequenz während konfrontierenden Diskussionen als Frauen mit niedrigen Punktwerten. Bei positiver Rückmeldung wurde eine höhere Reaktion des Blutdrucks beobachtet als bei negativem Feedback (wie in der Bewertung der Feindseligkeit bestimmt). Die Analyse von Bewältigungsarten legt nahe, dass feindselige Probanden weniger Reaktion auf Entzug und Fehlen von Engagement während des Tests während der Aufgabe zeigen könnten, während wenig feindselige Probanden ein größeres Engagement zeigen können, vor allem, wenn die durch positive Rückmeldung ermutigt werden. Menschen mit hohen Feindseligkeitsscores und ängstliche oder depressive Patienten haben eine niedrige HRV und können ein erhöhtes Risiko haben, an koronarer Herzerkrankung und Arrhythmien zu versterben.

Die HRV wurde bei jeweils acht Typ A und Typ B Frauen während einer dreißigminütigen psychomotorischen Aufgabe untersucht. Die Ergenisse legen nahe, dass der Sympathikus bei den Typ-A-Probandinnen während der Aufgabe stärker stimuliert war und obwohl kein Unterschied in der Testleistung zwischen den beiden Gruppen vorlag, empfanden die Typ-A-Probandinnen eine höhere subjektive Arbeitsbelastung als jene in der Typ-B-Gruppe.

Sowohl unter Laborbedingungen als auch am Arbeitsplatz wurde nachgewiesen, dass Techniken zur Schaffung positiver Gedankenprozesse des Einzelnen eine signifikante Verbesserung der HRV bewirken. Gefühle wie Anfeindung und Wut erzeugen eine sympathisch dominierte HRV, wohingegen Gefühle der Anerkennung das Leistungsspektrum der HRV in die entgegengesetzte Richtung verschieben. Es wurde gezeigt, dass Menschen, die positive Emotionen zum Ausdruck bringen, weniger Anspannung in ihrem Leben zeigen und weniger wahrscheinlich krank werden.

Arbeitsleistung, Produktivität und Stress


Stress resultiert in erster Linie aus unverarbeiteten Gefühlen. Faktoren wie Angst, Sorge oder Furcht behindern die Arbeitsleistung.

Zustände maximaler Leistung besitzen ein messbares physiologisches Korrelat. Ein physiologischer Zustand, der durch einen verbesserten und kohärenten Herzrhythmus charakterisiert ist, führt zu einer messbaren Verbesserung der Organisationsleistung. Zu nennen sind erhöhte Entscheidungsfähigkeit, Arbeitsqualität, Management und zeitliche Effizienz.

In einem physiologischer Trainingszustand in dem Spitzenleistungen erbracht werden, gleichen sich das HRV-Schema, die Gehirnaktivität und Atmung miteinander ab. Dieser Zustand geht mit einer Reduktion der Belastungs-assoziierten Symptome wie Tachykardie, Anspannung und zahlreiche Schmerzzustände einher. Diese positiven Effekte werden am besten während positivem emotionalen Management erreicht.

Zahlreiche gesellschaftsbasierte Studien haben gezeigt, dass ein kohärenter Herzrhythmus mit verbesserten HRV-Profilen mit einer allgemeinen Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens (82%), weniger Ärger (62%), Sorgen (70%) und Müdigkeit (87%) sowie mehr Freude (68%) einhergeht. Bezüglich des Wunsches, die Firma zu verlassen wurde eine Abnahme um 44% und bezüglich des Vorhabens die Tätigkeit aufzugeben eine Reduktion um 52% festgestellt. Die Fähigkeit zuzuhören verbesserte sich um 65%, Entscheidungen zu treffen um 100%, die Effektivität nahm um 86% zu und die Kreativität um 119% (Grove, 2000). Diese HRV-basierten Untersuchungen berichten über eine erhöhte Fähikeit zur Erkennung und Bewältigung von Belastungen und negativen Emotionen sowohl am Arbeitsplatz als auch außerhalb. Außerdem wurden wesentliche Verringerungen bei Daten, die für Burn-out und Symptome körperlicher Belastung stehen nachgewiesen.

Kürzliche wissenschaftliche, medizinische und Organisationsforschung legt nahe, dass der Trubel von Veränderung und Umwandlung und damit einhergehende Gefühle der Überwältigung, Überforderung, unter Zeitdruck-stehens und Gestresstseins Individuen, Arbeitsteams und Organisationen wesentlich von der optimalen Leistung zurückhält. In der Forschung wurde auch nachgewiesen, dass eine Zunahme der körperlichen Symptome ein führender Hinweis für Produktivitätsverlust ist. Zum Beispiel war Hypertension (hoher Blutdruck) stark mit einer Abnahme der kognitiven Leistung und Gedächtnisverlust verbunden.

Es besteht mittlerweile zunehmend Gewissheit, dass die körperlichen Symptome von Belastungen negativ mit der Effektivität am Arbeitsplatz zusammenhängen. Techniken, welche die HRV des Einzelnen verbessern, haben kommen nachweislich Institutionen zugute, da sie zu erhöhter Produktivität, verringerten Kosten für die Gesundheitsfürsorge, weniger Arbeitsversäumnisse und verbesserter Retention führen. Pilotstudien haben gezeigt, dass Geschäftsführer mit Hypertension im Stadium 1 oder 2 ihre Blutdruckwerte ohne Medikamente zu Normalwerten zurückführen konnten wenn sie Techniken zur Regulation ihrer HRV gelernt hatten.

Es scheint fast, als wäre das Herz eher als der Verstand in der Lage, die Fähigkeiten einer Person zu verbessern. Das Herz als eine Quelle elektromagnetischer Energie ist 40- bis 60-mal stärker als das Gehirn und trägt komplexe Informationen, welche die Gefühle, körperliche Gesundheit and Lebensqualität beeinflussen. Diese können bis zu einem Abstand von 45 cm vom Körper entfernt gemessen werden. Darüber hinaus ist das Herz ein intelligentes System, dass tiefgreifenden Einfluss auf die Vorgänge im Gehirn nimmt. Diese zweiseitige Kommunikation zwischen dem Herzen und dem Gehirn beeinflusst Wahrnehmung, Reaktionsgeschwindigkeit und die Fähigkeit zur Entscheidungsfindung.

Wir wissen, dass Menschen, die emotional aus dem Gleichgewicht geraten sind, oft eine Beeinträchtigung der Funktionen des Gehirns aufweisen. Die Erzeugung angenehmer Gedanken und positiver Gefühle hat nicht nur einen günstigen Einfluss auf das Gleichgewicht des Sympathikus und Parasympathikus, dass im VitalScan als ANS/HRV gemessen wird, sondern bietet auch die Basis für einen deutlichen Auftrieb der Leistung ohne dabei auszubrennen. Positive Gefühle wie Anerkennung erhöhen schrittweise die Synchronisation zwischen Herz und Gehirn und schaffen dadurch ein gesünderes HRV-Profil. Arbeitsplätze, die bekannt sind für ein soziales, verständnisvolles Klima, sind produktiver, ermutigen zu größerer Retention und Innovation. Während eine Einstellung der Frustration und Wut bekannterweise die Funktion der Nebennierenrinde hemmt und inkohärente Herzrhythmussignale hervorbringt, verstärkt eine verständnisvolle oder soziale Haltung die Funktion der Nebennierenrinde und erzeugt geordnete und kohärente Signale des Herzen. Es gibt einen damit zusammenhängenden Wechsel weg von den Schemata der Belastung hin zu jenen, die ruhiger und ausgeglichener sind.

Arbeitsbelastung


Arbeitsbelastung wurde wiederholt mit einem Anstieg kardiovaskulärer Erkrankungen in Verbindung gebracht, vor allem wenn eine fehlende individuelle Kontrolle besteht.

Der Vagustonus wurde als mögliche Determinante von Folge der Arbeitsbelastung im Vergleich von HRV und einem Modell der Arbeitsbelastung bestimmt. Ein hohes Ungleichgewicht steht für eine Kombination aus großer Anstrengung und geringer Gegenleistung bei der Arbeit. Die Übernahme zu hoher Verpflichtungen steht auf der anderen Seite für einen erschöpfenden arbeitsverwandten Bewältigungsstil, der auf die Unfähigkeit sich zu entziehen hinweist. Die Ergebnisse wurden auf die Unterschiede in der Körperhaltung und körperlichen Aktivität zwischen den beiden Arbeitsbelastungsgruppen angepasst. Ein hohes Ungleichgewicht war mit einer höheren Herzfrequenz während der Arbeit, einem höheren systolischen Blutdruck sowohl während der Arbeit als auch in der Freizeit und einem niedrigeren Vagustonus an allen drei Untersuchungstagen assoziiert. Die Übernahme zu hoher Verpflichtungen ging nicht mit einem ungünstigen ambulanten Profil einher. Die Untersuchung legt nahe, dass die schädlichen Effekte von Arbeitsbelastungen zum Teil über eine erhöhte Herzfrequenzreaktivität nach einem anstrengenden Tag, einem Anstieg des systolischen Blutdrucks und einem niedrigeren Blutdruck vermittelt sind.

Die Auswirkungen von positiver bzw. negativer Stimmung, Ansprüchen, Zufriedenheit, das Verhältnis zwischen Ansprüchen und Zufriedenheit sowie der Tageszeit standen mit der HRV während des Arbeitstages in einer Wechselbeziehung. Die Notwendigkeit zur Kontrolle hatte eine negative Auswirkung auf die HF HRV nach der Kontrolle auf Tageszeiteffekte, das heißt Probanden mit einem höheren Bedarf an Kontrolle weisen eine geringere vagale Kontrolle des Herzen auf. In Langstreckenläufen kann für diese Probanden ein höheres Gesundheitsrisiko aufgrund einer Reduktion der protektiven Effekte des Vagustonus gesehen werden.

Ein erhöhtes Risiko für die koronare Herzerkrankung wurde für Schichtarbeiter beschrieben. Der exakte Mechanismus hinter diesem erhöhten Risiko ist noch nicht geklärt, aber es ist möglich, dass ein unphysiologisches Timing von körperlicher Aktivität und Nahrungsaufnahme in Beziehung zu zirkadianen Rhythmen wichtig sein könnte. Wenn eine Arbeit nachts durchgeführt wurde, lagen niedrigere HRV-Werte vor als wenn morgens oder abends gearbeitet wurde. Man vermutet, dass die wöchentlichen kontinuierlichen zeitlichen Veränderungen des Maximums und des Minimums der kardialen sympathischen und parasympathischen autonomen Kontrolle eine Rolle in der exzessiven Rate beschriebener kardiovaskulärer Erkrankungen spielen könnten. Schichtarbeiter zeigten außerdem signifikant verminderte Standardabweichungen der HRV während des Schlafs im Vergleich zu Tageszeitarbeitern.

Konkurrenzdenken, wie im Sport (Golf), unterdrückt die HRV und diese Suppression war noch drei Stunden nach dem Wettkampf nachweisbar. Es kann sein, dass Konkurrenzdenken bei der Arbeit auch die HRV reduziert, allerdings scheinen zur Zeit keine Studien durchgeführt werden, die sich mit dieser Möglichkeit beschäftigen.

Arbeiter, die über einen hohen Lärmpegel auf der Arbeit berichteten, zeigten einen erhöhten adjustierten mittleren % LF während der Arbeit im Vergleich zu solchen mit einem niedrigen Lärmpegel.

Entwicklung der HRV Bei Körperlicher Erkrankung


Der Verlust der Kontrolle des autonomen Nervensystems über Herzfrequenz und -rhythmus wird mittlerweile als wichtiger Risikofaktor für das Eintreten ungünstiger kardiovaskulärer Ereignisse angesehen.

Signifikante Verminderungen der hohen Frequenzen der HRV traten ab 60 Minuten vor ischämischen Ereignissen bei männlichen Patienten mit stabiler koronarer Herzerkrankung auf, die sich einer ambulanten EKG-Untersuchung unterzogen. Verringerungen der niedirgen Frequenzen begannen vier Minuten vor dem ischämischen Ereignis. Es wurde beobachtet, dass Ischämien, die während mentaler Aktivität auftraten, ein im Vergleich zu Ischämien während niedriger mentaler Aktivität erniedrigter Anteil hochfrequenter HRV voranging. Es wurde schlussgefolgert, dass autonome Veränderungen vereinbar mit vagalem Entzug Ischämien im Alltag und insbesondere im Zusammenhang mit psychischer Aktivtät auslösen können.

Auf der Grundlage von HRV-Untersuchungen wird angenommen, dass autonomes Ungleichgewicht Vorhofflimmern vorangehen kann und entweder den sympathischen oder den parasympathischen Anteil des autonomen Nervensystems beeinflusst. Erhöhte sympathische Aktivität ist mit einer niedrigeren ventrikulären Flimmerschwelle assoziiert und einem erhöhten Risiko für ein Kammerflimmern, im Gegensatz zu erhöhter parasympathischer Aktivität, die das Herz schützt.

Menschen, die unter Migräne leiden, wurden in eine Gruppe mit und eine ohne stark beeinträchtigende Kopfschmerzen eingeteilt. Die Fälle mit stark beeinträchtigender Migräne wiesen eine signifikant reduzierte HRV auf im Vergleich zu der Gruppe ohne starker Beeinträchtigung und mit Kontrollgruppen (p<0.01). Während diese offensichtliche autonome Fehlfunktion eine kausale Rolle spielen kann, schlussfolgerten die Autoren richtigerweise, dass diese Fehlfunktion auch eine Folge häufiger beeinträchtigender Kopfschmerzen sein könnte.

Patienten mit einem Reizdarmsyndrom (Irritable bowel syndrome -IBS) und gesunde Kontrollen wurden mittels HRV untersucht. In Rückenlage, war der Anteil der VLF (very low frequency) in der HRV signifikant höher. Beim Wechsel von der Rückenlage zum Stand zeigten normale Probanden gestiegene VLF und LF, was einen Anstieg des Sympathikustonus anzeigt, wohingegen die HRV unverändert blieb. Ähnlich zeigten die Patienten mit einem IBS einen Anstieg in den VLF und LF beim Aufstehen, aber die HRV war auch erhöht. Beim tiefen Atmen wiesen normale Probanden einen signifikanten Anstieg der HF mit einer signifikanter Reduktion in den VLF und nicht signifikante Abnahmen in den LF. Bei Patienten mit IBS, blieben die HF konstant, während die LF und VLF verringert waren. Bei den Patienten mit IBS lag das mediane sympatho-vagale Abgangverhältnis signifikant niedriger im Stand und höher während der tiefen Atmung. Zusammenfassend scheint es, dass IBS-Patienten einen verringerten sympathischen Einfluss auf die HRV als Reaktion auf orthostatischen Stress und eine reduzierte parasympathische Anpassung während tiefer Atmung aufweisen.

Interventionen, die Nachweislich Belastungssituationen Verbessern


Die Sanierung des Lebensstils (insbesondere Raucherentwöhnung und regelmäßige körperliche Betätigung) über einen Zeitraum von drei Monaten nach Myokardinfarkt verschiebt nachweislich das sympathovagale Gleichgewicht in einer Weise zugunsten eines höheren parasympathischen Tonus. Darüber hinaus blieb dieser wünschenswerte Effekt für über ein Jahr erhalten.

Bei älteren Menschen ist bessere körperliche Fitness mit einer signifikant größeren Kraft insgesamt und höherem HF-Anteil der HRV in Ruhe assoziiert.

Fähigkeiten zur emotionalen Selbstführung und vor allem Fähigkeiten der emotionalen Kompetenz entwickelt um aufreibende Reaktionen abzufangen und während psychisch belastenden Situationen. Verhaltensergebnisse wurden unter Verwendung des „Achievement Inventory Measure“ bewertet. Dem Programm folgend zeigten Studenten signifikante Verbesserungen im Umgang mit Belastungen und Ärger, Arbeitsbelastung, Arbeitsschwerpunkten und Beziehungen innerhalb der Familie, mit Gleichrangigen und Lehrern.

Diese Verbesserungen wurden über die folgenden sechs Monate aufrechterhalten. Im Vergleich mit der Kontrollgruppe zeigten geschulte Studenten signifikant erhöhte HRV und rhythmischer sinuswellenförmige Herzrhythmusschemata während der Erholungsphase. Auf der Basis dieser und anderer Arbeiten erklären die Autoren, dass dieses physiologische Antortschema die Folge erhöhter parasympathischer Aktivität ist und dass der Zusammenhang des Herzrhythmus mit einer verbesserten kognitiven Leistung, mentalem Gleichgewicht, psychischer Klarheit und zahlreichen positiven Gesundheitsergebnissen assoziiert ist.

Der Entspannungszustand, wie er durch die Massagetherapie des myofaszialen Triggerpunkts an Kopf und Hals erreicht werden kann, konnte die parasympathische Komponente der HRV signifikant anheben. Kontrollierte Atmung, insbesondere jene, die mit der Bauchatmung assoziiert ist, steigert nachweislich die HF-Leistung der HRV. Sofort und eine Stunde nach dem Hören von Entspannungsmusik für einen Zeitraum von 20 Minuten waren die HF der HRV signifikant erhöht, die Herz- und Atemfrequenz hingegen signifikant verringert bei Patienten, die nach einem akuten Myokardinfarkt stationär aufgenommen waren.

Zusammenfassend ist es wahrscheinlich, dass die Fähigkeit zur Kontrolle der HRV gut zur Milderung negativer Stimmungszustände bei Patienten, die Unterstützung bei inadäquaten Reaktionen auf Belastungen, Angst oder Depression suchen, beitragen kann. Da eine deutliche Assoziation zwischen negativen Stimmungszuständen und Erkrankungen des Herzen existiert, würde die Effizienz jeglicher psychologischer Intervention zur Reduktion des Risikos für Erkrankungen des Herzens verbessert werden, wenn diese direkt mit der Verbesserung des Ungleichgewichts des autonomen Nervensystems, charakterisiert durch Vorherrschen der SNS und eine niedrige HRV) zielen würde. Außerdem- da eine steigende Anzahl körperlicher Gebrechen mit dem Ungleichgewicht des autonomen Nervensystems assoziiert zu sein scheint, ist die potentielle Anwendung der HRV zum Nachweis dieses Ungleichgewichts enorm.

Medikamente und Belastung


Es wurde nachgewiesen, dass der Angiotensin II-Rezeptorantagonist Candesartan keinen Effekt auf die HRV nach vier Wochen Behandlung von Patienten mit Herzversagen hatte. Zu diesem Zeitpunkt konnte jedoch ein signifikanter blutdrucksenkender Effekt nachgewiesen worden (Vaile et al, 2001).

Trizyklische Antidepressiva senken die HRV, wohingegen der selektive Serotonin-Reuptake-Inhibitor, Paroxetin eine Normalisierung der HRV zur Folge hat (Gorman & Sloan, 2000).

Bei Patienten mit dekompensiertem Herzversagen (New York Heart Association Stadium III und IV) verbesserten Betablocker signifikant den HF-Anteil der HRV um 41% (Aronson & Burger, 2001).

Allopurinol schien in Dosen, die bekannterweise den oxidativen Stress reduzieren, keinen signifikanten Einfluss auf den autonomen Tonus in Ruhe zu haben, wie in der Zeitbereichs-HRV oder Dysrhythmiezählung bei stabilen Patienten mit Herzversagen gezeigt (Shehab et al, 2001).

Die Anwendung von Clozapin bei schizophrenen Patienten ist mit einer signifikant höheren Herzfrequenz, höheren LF und niedrigeren HF-Anteilen der HRV im Vergleich zu Patienten, die Olanzapin oder Haloperidol einnehmen, verbunden (Cohen et al, 2001).

Schlussfolgerungen


Wenn wir all dies zusammentragen, können wir folgende Schlussfolgerungen ziehen:

Belastung, Angst und Depression sind mit einer verminderten HRV, sympathischer Dominanz und Verlust des Vagustonus assoziiert, was die Entwicklung zu sein scheint. Diese Entwicklung mit einem Verlust des protektiven Vagustonus würde die erhöhte Empfindlichkeit für kardiovaskuläre Erkrankungen und plötzlichen Herztod erklären, die für diese physiologischen Zustände dokumentiert wurde.

Eine steigende Anzahl körperlicher Erkrankungen scheint mit Überwiegen des Sympathikus, reduziertem Vagustonus und verminderter HRV assoziiert zu sein. Dieses Bild scheint keine Reaktion auf die Symptome der Erkrankung zu sein, sondern kann ein beitragender oder prädysponierender Faktor für den zugrundeliegenden Krankheitsprozess sein. Vagustonus und die physiologischen Vorgänge, die seine Effektivität bestimmen, haben deutlich mehr mit Anfälligkeit zu tun, als bisher in Erwägung gezogen. Es ist wahrscheinlich, dass weitere Untersuchungen der zahlreichen Anteile der HRV ergiebigere Informationen über feine physiologische Regulationsmechanismen zum Erhalt der Gesundheit und wie die Gefährdung dieser Regulationsprozesse zum Vorschreiten einer Erkrankung führt, liefern können.

Die Rolle von Stimmung, Gefühlen und Gedankenprozessen (positiv und negativ) wird oft ignoriert und in den Hintergrund gestellt, wenn es um das Wohlbefinden und den Erholungsprozess eines Individuums geht. Allerdings wurde in aktuellen Studien, die sich insbesondere der HRV widmeten gezeigt, dass eine große Verbesserung auf den grundlegenden physiologischen regulatorischen Prozess möglich ist, welcher die Gesundheit steuert, indem die individuelle emotionale Reaktion angesprochen wird und einfache Techniken zur Veränderung der negativen Gedankenprozesse, welche oft unsere Reaktionen auf Anforderungen und Belastungen begleiten und einfärben, Anwendung finden. Natürlich haben wir immer das enge Zusammenspiel zwischen Körper und Seele anerkannt, aber die HRV kann nun beweisen, das „einfache“ Werkzeug zu sein, mit dem wir die Nahtstelle und den Zusammenhang zwischen Seele und Körper untersuchen können.