Stressbewertung - Einleitung


Ein hohes Maß an Evidenz führt uns zu der Schlussfolgerung, dass chronischer Stress das mentale und physische Wohlbefinden beeinflussen kann. Der exakte Mechanismus durch den er diese schädlichen Effekte bewirkt ist unbekannt. In der wissenschaftlichen und medizinischen Literatur wird die Liste der physischen Krankheiten, zu denen Stress beiträgt immer länger. Diese beinhalten Hypertension, koronare Herzerkrankung, plötzlicher Herztod durch kardiale Arrhythmie, Magen- und Duodenalulcera, Krebs aufgrund von Immunsuppression (Marshland et al 1995) und sogar Alzheimer. Diese Krankheiten treten nicht nur durch eine direkte Wirkung vom Stress selbst, sondern auch durch Lebensstilgewohnheiten wie Rauchen, exzessiver Alkoholkonsum und übermäßiges Essen, welche wenigstens teilweise Versuche sind, Stabilität und Bewältigungsmechanismen in unserer stressigen Umgebung zu finden.

Wenn man akzeptiert, dass schlechte Lebensstilgewohnheiten zu Krankheiten beitragen, wie führt Stress per se zu einer schädlichen physischen oder psychischen Wirkung auf zellulärer oder homöostatischer regulatorischer Ebene bei?

Die Anwendung der Herzfrequenzvariabilität (HRV) wurde erklärt und wie ihre Messung nicht nur einen Nachweis der gegenwärtigen Belastung erbringt, sondern, was noch wichtiger ist, die individuellen Belastungsreserven oder die Stressempfindlichkeit.

Über 40 Jahre wissenschaftliche Forschung zu der Möglichkeiten der Analyse von Wirkung und Interaktion des autonomen Nervensystems des Körpers um einen Einblick in den Gesamtzustand in Hinblick auf psychische und physische Gesundheit zu bekommen. Als ein Ergebnis dieses Forschungsprogramms wurde eine umfangreiche Patientenstudie durchgeführt, einschließlich einer weiteren Studie über die letzten 17 Jahre, die sich mit Verhaltensmustern und insbesondere den physiologischen Reaktionen auf Belastungen beschäftigt. Diese Arbeit brachte einen beachtlichen Datenbestand individueller Patientenuntersuchungen hervor, welcher den “normalen” HRV-Level für jedes Individuum unter Berücksichtigung von Geschlecht und Alter festgelegt hat. Das endgültige Ergebnis dieser Untersuchung ist ein hochkompliziertes klinisches System, welches unter Verwendung der HRV bestimmte Erkrankungszustände bewertet und vorhersagt. Eine der Anwendungen ist der Nachweis und die genaue Messung von Belastung und vielleicht noch wichtiger, der Belastungsreserven oder der Stressempfindlichkeit.

Das VitalScan-System wurde entwickelt um die Belastung, Belastungsreserven und das autonome Glechgewicht des Einzelnen zu kontrollieren. Das System und die Ausrüstung wurden während der letzten 10 Jahre durch qualifizierte Kliniker “ausprobiert und getestet”. Die Ausstattung zum HRV-Monitoring indexiert das autonome Nervensystem (ANS) und das spezfische Gleichgewicht zwischen Sympathikus und Parasympathikus. Die Balance zwischen diesen beiden Systemen ist ein Indikator für die Reaktionen des Körpers auf externe oder innere Anforderungen.

Während Homöostase die Regulierung der inneren Organe und den Erhalt der inneren Balance durch den Parasympathikus widerspiegelt, stehen Belastungen für die Unterwerfung der inneren Bedürfnisse als Reaktion auf externe Anforderungen.

Dieses neue Konzept des Verständnises der physiologischen Reaktionen des Körpers auf Belastungen betont die Notwendigkeit der Messung der Aktivität des PNS als einen Wert für die Belastungsempfindlichkeit. Historisch haben Wissenschaftler versucht, Belastungen mittels Messung der Aktivität des Sympahikus (SNS) zu messen, welcher nur einen der beiden wichtigen Bestandteile der autonomen Reaktion darstellt. Durch die Messung der Aktivitäten beider Anteile des ANS ist es jedoch möglich, nicht nur gegenwärtige Belastungen zu definieren, sondern auch die Belastungsreserven des Einzelnen: das letztgenannte ist dabei die wertvolle Messung, weil damit die Anfälligkeit des Einzelnen für die Folgen von Belastungen identifiziert werden kann.

Das neue Konzept bildet die Basis unserer wissenschaftlichen Monitoringkapazität. Darüber hinaus führt dieses Dokument den wissenschaftlichen Beweis an, dass Individuen, die chronisch gestresst sind, eine geringere Herzfrequenzvariabilität haben, welche mit einer reduzierten Aktivität des parasympathischen Nervenssystems assoziiert ist.

Zusätzlich zu dem physiologischen VitalScan Indikator bewerten wir Stress/ Ängstlichkeit und Depression mittels ausgewählter Fragebögen. Wir quantifizieren Lebenstilstress durch eine kurze Lebenstilbestandsaufnahme, so dass der professionelle Gesundheitspfleger jegliche Faktoren, die wahrscheinlich einen signifikanten Beitrag zu dem Stress der Person leisten z.B. Rauchen, Alkohol, Koffein, Diät und Ernährungszustand, körperliche Beanspruchung und Schlaf bewerten und beraten kann. (einschließlich der Einnahme von Ernährungsergänzungsmitteln). Der wissenschaftliche Beweis für die Bedeutung dieser Lebensstilfaktoren auf Stress wird auch in diesem Dossier behandelt.

Stress ist eine unausweichliche Konsequenz des täglichen Lebens und der alltäglichen sozialen Interaktionen. In der Klinik erstreben wir die Quantifizierung von Stresslevels und Identifizierung von Individuen mit einer Empfindlichkeit, aufgrund einer Gefährdung der Reserven, drohen krank zu werden. Die Zielsetzung von VitalScan ist die Förderung besserer Stressbewältigungsstrategien durch Informationen, wie sie die Kontrolle über ihr ANS und die Stressreaktionen ihres Körpers gewinnen können und zusätzlich der Aufbau von Stressreserven durch angemessene Lebenstilveränderungen.